OP-Verfahren bei Adipositas
Wenn konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, kann eine Adipositasoperation notwendig sein. Im Diakonie-Klinikum Stuttgart werden die Patienten gründlich darauf vorbereitet. Eine Magenspiegelung sowie Untersuchung von Herz, Kreislauf und Lungenfunktion gewährleisten möglichst große Sicherheit bei einem operativen Adipositaseingriff.
Die Adipositas- und Metabolische Chirurgie bietet verschiedene Verfahren zur Gewichtsreduktion bei schwerer Adipositas. Zu den häufigsten sogenannten bariatrischen Operationen gehören die laparoskopische Schlauchmagenoperation und der Magenbypass.
Patienten steht am Diakonie-Klinikum Stuttgart das gesamte operative Spektrum der Adipositaschirurgie einschließlich Revisionsoperationen zur Verfügung:
Laparoskopische Schlauchmagenoperation (Gastric Sleeve)
Bei der Schlauchmagenoperation wird das Magenvolumen um 60 – 85 Prozent reduziert, der verbleibende Teil des Magens bleibt schlauchförmig. Dies führt zu einer Beschränkung der Nahrungsmenge und reduziert die Produktion von hungerbezogenen Hormonen.
Roux-Y-Magenbypass (RYGB)
Eine kleine Magentasche (20 – 30 ml) wird gebildet und der Darm in zwei Teile geteilt. Die Roux-Schlinge wird an die Magentasche angeschlossen, und die biliopankreatische Schlinge wird weiter unten an der Roux-Schlinge befestigt. Die kleine Magentasche erhöht das
Sättigungsgefühl. Zusätzlich fließen die Verdauungssäfte später in die Roux-Schlinge des Dünndarms, wodurch die Verdauung weiter
unten im Darm stattfindet und den Gewichtsverlust unterstützt.
Einanastomosen Magenbypass (Omega-Loop oder Mini-Magen-Bypass)
Beim Mini-Bypass wird eine kleine Magentasche von etwa 50 – 60 ml geschaffen und 25 – 30 Prozenz des Dünndarms umgangen. Im Unterschied zum traditionellen Magenbypass hat der Mini-Bypass nur eine Verbindung (Anastomose) zwischen Magen und Darm. Die Magentasche verringert die Nahrungsaufnahme und die Nahrung passiert nicht den ausgeschlossenen Magen sowie die ersten zwei Meter des Dünndarms. Die Verdauung wird nach weiter unten im Darm verlagert und unterstützt den Gewichtsverlust.
Ein-Anastomosen-Duodenal-Switch (SADI-S)
Beim SADI-S wird eine Schlauchmagenoperation mit einer Darmumleitung kombiniert. Der Zwölffingerdarm wird getrennt und das Ileum neu verbunden, die Verdauung wird auf einen kürzeren Darmabschnitt beschränkt.
Adipositaschirurgie mit dem DaVinci-OP-System
Um bestmögliche Ergebnisse für unsere Patientinnen und Patienten zu gewährleisten, setzt das Adipositaszentrum am Diakonie-Klinikum Stuttgart auf modernste Technologie und höchste medizinische Expertise.
Mit dem DaVinci Xi, dem Operationssystem der neuesten Generation führen wir Adipositasoperationen mit hoher Präzision und Sicherheit durch. Das Diakonie-Klinikum verfügt als eine der ganz wenigen Kliniken in Süddeutschland über zwei solcher DaVinci-OP-Systeme und hat jahrelange Erfahrung.
Der Einsatz dieser Technologie ist insbesondere bei komplexeren Eingriffen von Vorteil – zum Beispiel bei Revisionseingriffen, also Korrekturen nach vorausgegangenen Operationen, bei Bypassverfahren oder in speziellen anatomischen Konstellationen.
Ähnlich wie bei der konventionellen Laparoskopie werden auch bei der DaVinci-Methode die Operationsinstrumente über kleine Hautschnitte in den Bauchraum eingeführt.
Der Unterschied: Die Bewegungen des Operateurs werden über eine Steuerkonsole auf die Instrumente übertragen – zitterfrei, präzise und millimetergenau. Eine hochauflösende 3D-Kamera sorgt für eine optimale Darstellung des Operationsgebiets.
Die robotische Technik ist nicht autonom. Der Operateur steuert das System vollständig selbst und führt alle Schritte eigenhändig aus. Das OP-System unterstützt seine Fähigkeiten optimal. Dabei können komplexe Aufgaben wie das Nähen von Anastomosen oder das präzise Präparieren empfindlicher Strukturen besonders exakt erfolgen.
Vorteile für Patientinnen und Patienten:
- Höhere Sicherheit bei komplexen Eingriffen
- Präzisere Operationstechnik
- Weniger postoperative Schmerzen
- Schnellere Erholung und kürzere Aufenthaltsdauer
Revisions- und Umwandlungsoperationen nach Adipositaschirurgie
Revisionsoperationen kommen zum Einsatz, wenn nach einer vorausgegangenen Adipositasoperation – beispielsweise einem Magenband, Schlauchmagen oder Magenbypass – der gewünschte Gewichtsverlust ausbleibt, erneut eine relevante Gewichtszunahme auftritt oder Beschwerden und Komplikationen entstehen. Dazu zählen unter anderem ausgeprägte Refluxbeschwerden und Sodbrennen, ein Dumping-Syndrom sowie anatomische oder funktionelle Probleme nach dem ursprünglichen Eingriff.
Das Team der Adipositaschirurgie am Diakonie-Klinikum verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung komplexer Verläufe und in der Durchführung sogenannter Revisions- und Umwandlungseingriffe.
Grundlage jeder Therapie ist eine sorgfältige und individuell abgestimmte Diagnostik. Dabei analysieren wir die vorausgegangene Operation, die aktuelle Anatomie sowie die bestehenden Beschwerden, um für jeden Patienten die möglichst effektivste und zugleich schonendste Behandlungsstrategie festzulegen.
Auch komplexe Revisionsoperationen werden in der Regel minimalinvasiv durchgeführt. Je nach Befund kommen modernste laparoskopische Verfahren sowie roboterassistierte Operationstechniken zum Einsatz. Dadurch können selbst anspruchsvolle Eingriffe mit hoher Präzision und möglichst geringer Belastung für den Patienten durchgeführt werden.
Neben operativen Verfahren stehen bei geeigneter Indikation auch moderne endoskopische, nicht operative bariatrische Therapieverfahren wie die Transorale Outlet-Reduktion – TORe zur Verfügung. So können wir das Behandlungskonzept individuell auf die jeweilige Situation und die Bedürfnisse unserer Patienten und Patientinnen abstimmen.