Im Gespräch - 12 Fragen an Chefarzt Prof. Dr. Frank Werdin
Ich glaube, dass ich meinen Patienten eine große Expertise und damit Behandlungssicherheit bieten kann. Bereits vor meiner Facharztausbildung zum Plastischen Chirurgen habe ich zwei Jahre in der Dermatologie gearbeitet, einem der Plastischen Chirurgie nahestehenden Fachbereich, in dem ich die Haut sehr gut kennengelernt habe – das Organ, an dem ich heute täglich arbeite. Die Ausbildung zum Plastischen Chirurgen habe ich an mehreren renommierten Kliniken in Deutschland absolviert. Dadurch habe ich ein sehr breites Spektrum und unterschiedliche Lösungswege für ein und denselben Eingriff kennengelernt. Die wissenschaftliche Tätigkeit und die Habilitation an der Universitätsklinik Tübingen haben mir außerdem einen neuen Blickwinkel für die Aufgaben und Herausforderungen im klinischen Alltag eröffnet. Erst nach mehrjähriger Fach- und Oberarzttätigkeit habe ich angefangen, rein ästhetisch begründete Eingriffe durchzuführen. Diese Operationen sollte ein Arzt aus meiner Sicht erst dann durchführen, wenn er alle anderen Eingriffe sicher beherrscht. Neben der großen Expertise ist es uns wichtig, unseren Patienten mit Menschlichkeit, Zuwendung, Respekt und Verständnis zu begegnen. Wir wollen eine Hilfestellung bei der Lösung ihrer Probleme geben und individuelle Wünsche erfüllen.
Nur die Arbeit im Team ermöglicht eine exzellente medizinische Versorgung. Dazu gehören alle – vom Operateur über den Narkosearzt bis zur Pflegefachkraft und der medizinischen Fachangestellten. Denn nur das Team ermöglicht die maximale Sicherheit mit einer medizinischen Versorgung rund um die Uhr. Das Diakonie-Klinikum hilft uns, unsere Vorstellungen von einer perfekten Behandlung und Patientenversorgung umzusetzen. Die verschiedenen Fachabteilungen ermöglichen eine interdisziplinäre medizinische Versorgung im Team und erhöhen dadurch die Behandlungssicherheit.
Neben der großen Expertise ist es uns wichtig, unseren Patienten mit Menschlichkeit, Zuwendung, Respekt und Verständnis zu begegnen. Wir wollen eine Hilfestellung bei der Lösung ihrer Probleme geben und individuelle Wünsche erfüllen.
Ja, mit Sicherheit! Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Empathie und Menschlichkeit sollten bei der Behandlung jedes Patienten im Vordergrund stehen. Das Diakonie-Klinikum bietet eine sehr hohe medizinische Qualität und ist bekannt für die gute Pflege und Betreuung der Patienten. Das sind auch für uns ganz wichtige Werte. Der moderne Krankenhausbau bietet Patienten auf Wunsch Zimmer mit hohem Komfort und einem Plus an persönlichem Service. Die Ausstattung der Operationssäle ist technisch auf dem neuesten Stand und lässt keine Wünsche offen. So macht mir als Arzt die Arbeit Spaß.
Wir bieten das gesamte Spektrum der ästhetischen Chirurgie mit Ausnahme der Nasenchirurgie. Ein Schwerpunkt in unserem Behandlungsspektrum ist die Brustchirurgie. Wir arbeiten intensiv mit dem zertifizierten Brustzentrum am Diakonie-Klinikum zusammen und wurden als eine der wenigen Kliniken in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie als Rekonstruktives Brustzentrum ausgezeichnet. Die Gesichtschirurgie und Straffungsoperationen an Bauch, Beinen und Po sind unsere weiteren Schwerpunkte.
Man muss zwischen Komplikation und misslungenem Ergebnis unterscheiden. Komplikationen können bei jeder Behandlung auftreten. Entscheidend ist für mich, dass jeder Patient vor der Behandlung ausführlich über mögliche Risiken aufgeklärt wird.
Misslungene Eingriffe – also nicht zufriedenstellende Ergebnisse – lassen sich aus meiner Sicht nur durch eine große Fachkenntnis des behandelnden Arztes und die ausführliche Information des Patienten über die Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung vermeiden.
Klar gibt es für uns Grenzen. Beispielsweise wenn wir die Wünsche und Vorstellungen einer Patientin oder eines Patienten nicht oder nur mit großen Risiken erfüllen können. In diesen Fällen lehnen wir die Behandlung ab. Und wir operieren in der Regel keine Kinder oder Jugendlichen.
Ich unterscheide zwischen Attraktivität und Schönheit. Schönheit ist für mich ein rein äußerliches Merkmal, eines von vielen, das Attraktivität ausmacht. Erst das Zusammenspiel verschiedener persönlicher Eigenschaften macht attraktiv. Für mich sollte das Erscheinungsbild und die äußere Form zum Menschen passen. Ich selbst habe beispielsweise kein Ideal einer Brustform und versuche für jede Patientin ihre individuell passende Form oder Schönheit „herzustellen“. Ziel ist für mich hierbei Individualität und – sofern möglich – auch immer ein „nicht operiertes“, also natürliches Aussehen. Das empfinde ich als schön. Mein Empfinden ist hier aber zweitrangig. An erster Stelle stehen die Wünsche und Vorstellungen unserer Patienten. Ich habe die Aufgabe zu prüfen, ob die Vorstellungen der Patienten ohne Operationsrisiko umzusetzen sind.
Schönheitschirurgie und kosmetische Eingriffe sind immer wieder in der Diskussion. Für die einen muss ein Eingriff immer einen medizinischen Nutzen haben, für andere darf eine OP auch einfach nur „schön machen“. Als Plastische Chirurgen operieren wir viele Patienten, bei denen der Eingriff medizinisch notwendig ist. Ich bin jedoch der Meinung, dass eine Operation auch aus rein ästhetischen Gründen vertretbar ist. Ein Großteil der medizinischen Behandlungen, die heute durchgeführt werden, dienen der Verbesserung der Lebensqualität und nicht dem reinen Überleben. Dazu gehören auch die sogenannten Schönheitsoperationen. Studien zeigen, dass Menschen, die sich selbst als schön empfinden, zufriedener und glücklicher sind, also eine höhere Lebensqualität haben. Auch das ist ein medizinischer Nutzen. Wie vor jeder medizinischen Behandlung gilt es aber ganz besonders bei kosmetischen Eingriffen, das Für und Wider, Risiko und Nutzen sorgfältig abzuwägen und mit dem Patienten zu besprechen.
Auf aggressive Werbung verzichten wir bewusst. Gerade in unserem Fachgebiet ist Werbung ein schmaler Grat, da die Gefahr besteht, Wünsche oder Bedürfnisse bei Patienten zu wecken, die zuvor nicht vorhanden waren. Die meisten unserer Patienten kommen auf Empfehlung zufriedener Patienten oder durch Überweisungen von Ärzten zu uns. Darüber hinaus finden uns immer wieder Patienten über meine Listung im Ärzteranking des Magazins Focus Gesundheit.
Schönheit und Funktion sind untrennbar miteinander verbunden. Auch hier gilt der Grundsatz „Form follows function“. Aus unserer Entwicklungsgeschichte haben wir Menschen gelernt, das als schön zu empfinden, was funktioniert. Das entspricht dem Prinzip der Arterhaltung und dient der Fortpflanzung. Schönheit ist für mich auch immer mit Natürlichkeit verbunden. In der Natur hat immer alles einen Sinn oder eine Funktion. Das ist beim Menschen auch so.
Die Nachsorge ist genauso wichtig wie die Planung und die Operation selbst. Deshalb muss man vor Operationen im Ausland warnen, weil die Nachsorge durch den Operateur nur schwer gewährleistet werden kann. Bei uns erfolgt im Anschluss an die Operation die ambulante Nachsorge und Nachbehandlung im Diakonie-Klinikum. Termine dafür werden bereits am Operationstag oder bei der Entlassung vereinbart. In seltenen Fällen, etwa bei Patienten mit langem Anreiseweg, versuchen wir, die Nachkontrollen etwas zu reduzieren und eine heimatnahe Mitversorgung durch ärztliche Kollegen zu organisieren.
Der erste Kontakt erfolgt meist telefonisch oder per Mail. Wir vereinbaren dann ein erstes ausführliches Beratungsgespräch. Das Gespräch dauert etwa 45 bis 60 Minuten und dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der Befundaufnahme. Am Ende bekommt der Patient einen Behandlungsplan. Auf Wunsch kann ein Zweitgespräch vereinbart werden. Hat sich der Patient bereits für eine Behandlung entschieden, erfolgt hier die detaillierte Operationsplanung mit Aufklärung über den Eingriff und die Narkose.