Ausstellung: Stellen Sie sich vor ... EINE WELT OHNE PFLEGE

Der Pflegeberuf ist wie selten zuvor Gegenstand der öffentlichen Diskussion, und der Pflegenotstand ist in aller Munde. Hier geht es um fehlende Mitarbeiter, um den ausbleibenden Pflegenachwuchs, um Stellen, die nicht besetzt werden können, um Überlastung und schlechte Bezahlung der Mitarbeiter und nicht zuletzt um die Kosten, die gute Pflege angeblich verursacht und die wir uns nicht leisten können – eine Diskussion, die so sicher nicht zum besseren Image des Berufes beiträgt.

Mit unserer Ausstellung im Diakonie-Klinikum Stuttgart wollen wir deshalb ein Gedankenexperiment wagen: Stellen Sie sich vor … was wäre die Welt ohne Pflege? Stellen Sie sich vor … Sie sind bei einem Krankenhausaufenthalt dringend auf Pflege angewiesen, aber niemand ist da, der sie pflegt. Unsere Fotoausstellung lädt Sie ganz herzlich ein, sich darüber Gedanken zu machen. Neun Motive zeigen ungeschönt, wie unser Krankenhausalltag ohne den Pflegedienst aussähe: Ohne Pflege – aussichtslos.

Dagegen stellen wir beispielhaft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Herzblut und Leidenschaft in der Pflege arbeiten und die ganz persönlich zum Ausdruck bringen, was ihnen der Beruf und ihre Arbeit mit den Patienten bedeutet. Jede und jeder der abgebildeten Mitarbeitenden steht für viele andere, die mit der gleichen Leidenschaft diese Berufung teilen und leben.

Einladung zur Ausstellung im Diakonie-Klinikum Stuttgart

Freitag, 13. Juli 2018 - 31. August 2018
Diakonie-Klinikum Stuttgart, Rosenbergstr. 38, 70176 Stuttgart
Eingangshalle
täglich 8-20 Uhr

Wir danken allen, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben, ganz besonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Pflege- und Funktionsdienst und unseren Models  aus dem Ehrenamt, die sich fotografieren haben lassen – stellvertretend für alle unsere Mitarbeitenden, die sich jeden Tag um unsere Patienten kümmern mit wertvoller Pflege, moderner Medizin und menschlicher Zuwendung.

Vernissage der Ausstellung

Freitag, 13. Juli 2018, 15 Uhr
Diakonie-Klinikum Stuttgart, Rosenbergstr. 38, 70176 Stuttgart
Eingangshalle

Es erwarten Sie einführende Worte der Pflegedirektorin, des Fotografen, einer Mitarbeiterin aus dem Pflegedienst sowie ein kleiner Empfang und musikalische Untermalung.

 

Fotografie: Jens Oswald

Die Presseinformation zum Download

Stellen Sie sich vor ... EINE WELT OHNE PFLEGE

Ohne Pflege - allein gelassen
Thomas Rot - Intensiv- und IMC-Station
"Schon während meiner Ausbildung zum Krankenpfleger hat mich die Verbindung von medizinischem und technischem Fortschritt und dessen Einsatz zum Wohle der Patienten fasziniert. Beispielsweise bei einer akuten schweren Atemnot infolge einer Herzschwäche: Der rasche Einsatz eines Beatmungsgerätes und einer modernen unterstützenden Atemtherapie zeigt immer wieder eindrucksvolle Erfolge.

Mit Technik alleine ist eine Behandlung nicht möglich – genauso wichtig ist die spezialisierte und kompetente Pflege. Denn in solchen Situationen erfordert die intensive Begleitung des Patienten viel Wissen und gleichzeitig menschliche Zuwendung. Das macht meinen Beruf so einzigartig und motiviert mich bis heute. Das möchte ich auch an unseren Pflegenachwuchs weitergeben."
Ohne Pflege - verwahrlost
"Auf der Palliativstation ist kein Tag wie der andere. Jeder Patient befindet sich in einer individuellen Situation und hat seine eigenen Bedürfnisse, Ängste, Sorgen und Probleme. Gerade hier auf der „Palli“ ist es wichtig, mit viel Feingefühl die Nöte von Patienten und deren Angehörigen wahrzunehmen und auf diese einzugehen.

Die Arbeit in unserem Team aus Spezialisten vieler verschiedener Berufsgruppen macht mir großen Spaß. Wir kommunizieren auf Augenhöhe und arbeiten sehr gut zusammen – für das Wohl jedes einzelnen Patienten und um ihm wieder ein Stück Lebensqualität zu ermöglichen."
Ohne Pflege - abgestellt
"Der Umgang mit Menschen hat mir schon immer Spaß gemacht. Im Zivildienst bekam ich Einblicke in den Pflegeberuf. Diese Erfahrungen wollte ich vertiefen und professionelle Pflege lernen. Heute arbeite ich in der Notaufnahme. Hier ist immer viel los. Der Umgang mit Verletzten und Notfallpatienten fasziniert mich.

Hier kommt man mit den unterschiedlichsten Menschen in Berührung. Meistens befinden sie sich in einem Ausnahmezustand – mit Schmerzen, nach Unfällen, keiner weiß erst mal, wie es weiter geht. Hier das richtige Wort für Patienten und Angehörige zu finden, ist für mich immer wieder eine Herausforderung. Fast jeden Tag sind neue Situationen zu bewältigen, jeder Patient hat seine eigene Geschichte. Solche Extremsituationen sind nur in einem guten und professionellen Team zu meistern."
Ohne Pflege - auf sich gestellt
"Kosmos OP – mein Arbeitsplatz, eine andere Welt! Nur über eine Schleuse gelangen Patienten, Ärzte und Pflegepersonal in den OP-Trakt. Für die Patienten sehen wir dann sicher etwas fremd aus mit unserer blauen Kleidung, der Haube und dem Mundschutz. Aber Hygiene und Sicherheit sind für uns hier das oberste Gebot.

Für die Patienten ist mein Arbeitsalltag ein Ausnahmezustand, der mit Ängsten verbunden ist. Um auf die Patienten einzugehen, ihnen in Ruhe zuzuhören oder Fragen zu beantworten, fehlt im OP leider oft die Zeit. Denn wir müssen die Operationen mit vielen verschiedenen Instrumenten vorbereiten. Hier sind unsere technischen Kenntnisse, Fingerfertigkeit und große Konzentration gefragt, da wir mit hochmodernen medizinischen Geräten arbeiten.

Zu unserem Aufgabengebiet gehört auch die sterile Aufbereitung aller OP-Instrumente in einer speziellen Aufbereitungseinheit. Für die Sicherheit unserer Patienten ist dies unerlässlich."
Ohne Pflege - einsam
Bärbel Götz - chirurgische Station
"Ich wollte schon immer Krankenschwester werden und habe mir nie viele Gedanken über andere Berufe gemacht. Diesen Entschluss habe ich bis heute nicht bereut. Ich arbeite gerne im Team mit meinen Kollegen und den anderen Berufsgruppen.

Der Umgang mit Kranken und Menschen in schwierigen Situationen fordert mich und bringt mich weiter. Man lernt jeden Tag etwas Neues, kein Tag ist wie der andere. Leider sind die Rahmenbedingungen schwieriger geworden, manchmal verzweifelt man fast. Aber dann steht man in einer hektischen Nacht am Bett eines schwer kranken Patienten, hält seine Hand, spendet Trost und er schläft wieder ein. Dann weiß man wieder, was das Besondere an diesem Beruf ist. Und genau deshalb arbeite ich in der Pflege."
Ohne Pflege - hilflos
"Das Arbeiten auf einer fachübergreifenden Station mit 46 Betten ist sehr abwechslungsreich und hat viele Facetten. Unterschiedliche Berufsgruppen arbeiten eng zusammen und versuchen, die Patienten optimal zu versorgen.

Unser eingespieltes multikulturelles Team deckt alle Altersgruppen ab. Und in unserer bunt gemischten Truppe macht nicht nur der persönliche Kontakt und die Pflege der Patienten Spaß. Es sind auch die vielen positiven zwischenmenschlichen Erlebnisse und Begegnungen, die unsere Arbeit so bereichern."
Ohne Pflege - verzweifelt
"Menschen in schwierigsten Lebenssituationen zu begegnen und zu begleiten, das gehört zu meinen Aufgaben auf der Onkologischen Intensivstation. Hier behandeln wir Krebspatienten mit hochkomplexer Chemotherapie oder einer Stammzelltransplantation.

Das erfordert viel Beratung und Schulung von Patienten und Angehörigen. Und natürlich eine ganzheitliche Betreuung und Zuwendung. Die enge Teamarbeit mit verschiedenen Fachdisziplinen, die komplexen medizinisch-pflegerischen Aufgaben und das notwendige technische Wissen machen meinen Arbeitsalltag so spannend und den Pflegeberuf so interessant."
Ohne Pflege - überfordert
"Auf unserer Station versorgen wir Patienten aus sieben verschiedenen medizinischen Fachbereichen. Das macht die Arbeit abwechslungsreich und interessant, erfordert aber auch ein umfangreiches pflegerisches Wissen und laufende Weiterbildungen, um up to date zu bleiben.

Die Begleitung, Betreuung und Versorgung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen liegt mir am Herzen und bereitet mir große Freude. Dies bedeutet aber gleichzeitig auch Verantwortung zu übernehmen. Voraussetzungen für meinen Beruf sind Aufgeschlossenheit, Kontaktfreudigkeit, Einsatzbereitschaft, Geduld und Einfühlungsvermögen."
Ohne Pflege - aussichtslos!
Christine Heil - Praxiskoordination
"Alles Wertvolle muss und möchte gepflegt werden – das Haus, die Wohnung, das Auto, der Garten, Geräte…

Wie wertvoll ist der Mensch?!
Wie wertvoll ist uns der kranke Mensch?
Wer pflegt diese Menschen jetzt und in Zukunft?
Was ist uns die Investition in unseren Pflegenachwuchs und somit in die Menschen wert, die uns später einmal pflegen werden?

Mir ist es wichtig und wertvoll, mich in der Ausbildung junger Menschen zu engagieren und sie auf ihrem Weg zu begleiten."

Kontakt

Diakonie-Klinikum Stuttgart

Rosenbergstraße 38
70176 Stuttgart

Telefon: 0711 991-1045
Telefax: 0711 991-1049

info -|- @ -|- diak-stuttgart.de