Die Therapie

Viele Menschen haben eine krankhaft veränderte Schilddrüse, besonders in Gegenden mit Jodmangel. Aber nur in wenigen Fällen ist eine Operation erforderlich. Im Schilddrüsenzentrum am Diakonie-Klinikum Stuttgart kann durch die interdisziplinäre Beratung eine Abwägung und Entscheidung für die richtige Therapie getroffen werden.

Im Schilddrüsenzentrum stehen alle Behandlungsmethoden, falls erforderlich in Kooperation mit externen Partnern, zur Verfügung.

Medikamentöse Therapie

  • Medikamentöse Behandlung bei Schilddrüsenvergrößerung (Struma)
  • Medikamentöse Behandlung bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Medikamentöse Behandlung bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Die medikamentöse Therapie kann in unserem Schilddrüsenzentrum eingeleitet und durch den Hausarzt weitergeführt werden.


Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie erfolgt in Kooperation mit der Nuklearmedizinischen Klinik am Katharinenhospital Stuttgart. Die Behandlung muss in Deutschland unter stationären Bedingungen durchgeführt werden. Sowohl bei gutartigen als auch bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse kommt die Radiojodtherapie in Betracht. Die individuell berechnete Dosis des radioaktiven Jods wird als Kapsel geschluckt. Die Entlassung aus dem Krankenhaus kann nach Abfall der Radioaktivität unter eine festgelegte Grenzdosis erfolgen.

Schilddrüsen-Operation, auch in minimal-invasiver Technik (MIVAT)

Etwa ein Viertel aller Menschen im Schilddrüsenendemiegebiet weisen krankhafte Veränderungen der Schilddrüse auf. Aber längst nicht alle der Betroffenen müssen sich einer Operation unterziehen. Im Schilddrüsenzentrum kann durch die interdisziplinäre Beratung eine Abwägung und Entscheidung für und wider die Operation getroffen werden.

Wann wird operiert

Die zu große Schilddrüse

Eine über die Jahre zu groß gewordene Schilddrüse, die mechanische Probleme an Luft- und Speiseröhre, Irritationen wie Kloßgefühl und Schmerzen im Halsbereich verursacht, stellt ein Argument für die Operation dar. Nicht- operative Behandlungsmaßnahmen wie die Gabe von Schilddrüsenhormon in Kombination mit Jod bleiben in manchen Fällen erfolglos. Wir entscheiden gemeinsam mit Ihnen, ob die konservative Therapie situationsbezogen sinnvoll ist oder ob operiert werden sollte.

Die Überfunktion der Schilddrüse

Ursachen einer Überfunktion der Schilddrüse sind das autonome Adenom (ein Knoten produziert unkontrolliert Schilddrüsenhormon), die multifokale Autonomie (mehrere knotige und intensiv stoffwechselaktive Bezirke der Schilddrüse) oder die diffuse Autonomie, bei der die gesamte Schilddrüse zu viel Hormon produziert. Ferner können gegen die Schilddrüse gerichtete Antikörper eine Überfunktion wie die Autoimmunthyreopathie vom Typ des Morbus Basedow verursachen.


Hier erfolgt zunächst eine medikamentöse Behandlung. Wenn diese nicht dauerhaft zum Erfolg führt, kommen dann die Operation oder die Radiojodtherapie in Frage. Welche Behandlungsform für Sie die Geeignete ist, wird im Rahmen unserer Sprechstunde oder der interdisziplinären Schilddrüsenkonferenz geklärt.



Verdacht auf Bösartigkeit

Sogenannte kalte Knoten (sie zeigen im Schilddrüsenszintigramm keine Stoffwechselaktivität) können im Einzelfall bösartig sein. Die Größenzunahme dieser Knoten, die Erhöhung richtungsweisender Laborwerte (Tumormarker), Durchblutungsmuster in der Ultraschalluntersuchung sowie die Feinnadelpunktion zur Beurteilung entnommener Zellen, können das individuelle Risikopotential näher eingrenzen. Wir entscheiden in der Schilddrüsenkonferenz gemeinsam, ob die Operation oder ein abwartendes Verhalten geboten ist.

Ablauf der Schilddrüsen-Operation

Noch vor Jahren wurde die Schilddrüsenoperation in Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) durchgeführt. Heute ist eine Vollnarkose Standard. Ist die Entscheidung für eine Operation gefallen, erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch über den Ablauf und mögliche Komplikationen der Operation. Hierzu gehören die Verletzung des Stimmbandnerven (Nervus laryngeus recurrens), die Unterfunktion der Nebenschilddrüsen sowie die Nachblutung. Auch die notwendige Behandlung mit Schilddrüsenhormonen wird besprochen.

Verschiedene Operationsmethoden sind möglich. Welche Methode der heute gängigen, sogenannten funktions- und morphologiegerechten Resektionsverfahren für Sie in Frage kommt, klären wir in der Sprechstunde (Subtotale Schilddrüsenresektion, Entfernung eines Schilddrüsenlappens, Entfernung einzelner Knoten oder die Entfernung der gesamten Schilddrüse). Sollten wir uns für die Operation entscheiden, stellt sich die Frage ob die konventionelle (sogenannte offene Operation) oder minimal invasive Operation (MIVAT) indiziert ist. Mit einer jahrelangen Erfahrung in minimal invasiver Schilddrüsenchirurgie können wir Sie auch hier ausführlich beraten.

Die Sicherheit unserer Patienten hat für uns höchste Priorität. Deshalb wird in der Regel der Stimmbandnerv während der gesamten Operation überwacht (intraoperatives Neuromonitoring, IONM). Insbesondere bei Zweit- oder Dritteingriffen (Rezidivstruma) oder bei Operationen wegen Karzinomverdacht leistet dieses Verfahren wertvolle Dienste. Alle Operationen an der Schilddrüse werden unter zu Hilfenahme einer Lupenbrille durchgeführt.

Im Anschluss an die Operation werden Verlauf und Befunde einschließlich der feingeweblichen Untersuchung mit Ihnen besprochen. Die Funktion von Stimmbandnerven und Nebenschilddrüsen werden durch entsprechende Untersuchungen kontrolliert. Falls erforderlich, kann eine ambulante Behandlung bei uns angeschlossen werden. Insbesondere bei Problemfällen erfolgt selbstverständlich auch nach der Operation die interdisziplinäre Weiterbetreuung durch unser Schilddrüsenzentrum.

Die Operation der Nebenschilddrüsen

Eine Erkrankung der Nebenschilddrüsen ist selten. Wenn doch eine Störung festgestellt wird, handelt es sich meistens um die Vergrößerung einer der vier Nebenschilddrüsen.

Die Erkrankung geht meist ohne Symptomen einher. Häufig gibt ein zu hoher Calciumwert im Blut als Zufallsbefund Anlass zu weiteren Untersuchungen. Wird eine krankhaft vergrößerte Nebenschilddrüse entdeckt, besteht in der Regel auch die Indikation zu deren Entfernung. Mehr als 70 Prozent der betroffenen Patienten können bei uns minimal-invasiv operiert werden (MIVAP = minimal invasive videoassistierte Parathyreoidektomie). Dabei werden alle Nebenschilddrüsen begutachtet, um eine sogenannte Mehrdrüsenerkrankung auszuschließen. Im Verlauf der Operation kann vor und nach der Entfernung der erkrankten Nebenschilddrüse das Parathormon im Blut zur Erfolgskontrolle gemessen werden.

Kontakt

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Sprechstunden & Terminvergabe

Schilddrüsenuntersuchung, Beratung und medikamentöse Behandlung:

täglich nach Vereinbarung.

Wir benötigen einen Überweisungsschein für „Endokrinologie“. Sind Sie bereits untersucht worden, bringen Sie bitte die Befunde mit.

Sprechstunde zur Beratung und Besprechung vor einer Operation:

MO - FR 9.00-15.00 Uhr
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Chirurgische Ambulanz
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