Schwerpunkt Essstörungen

Krankheitsbild und Diagnose von Essstörungen

Essstörungen haben kein einheitliches Krankheitsbild und können sich auf verschiedene Weise zeigen. Im Wesentlichen werden drei Hauptformen unterschieden:

  • Magersucht (Anorexie, Anorexia nervosa)
  • Bulimie (Bulimia nervosa)
  • Binge-Eating-Störung (Binge Eating Disorder)

Alle Essstörungen können ineinander übergehen oder sich abwechseln. Nicht immer sind bei Essstörungen alle Merkmale ausgeprägt. Nicht alle Essstörungen lassen sich den drei Hauptformen zuordnen.

So unterschiedlich Essstörungen sind, eines ist für alle typisch: Das Essen bestimmt das Leben der Betroffenen. Das gilt für ihren Tagesablauf, ihre Gefühle, ihre Beziehungen zu anderen, ihre beruflichen und privaten Entscheidungen. Sie sind auf das Essen bzw. das Nicht-Essen fixiert.

Wir behandeln Essstörungen stationär oder in der psychosomatischen Tagesklinik in Stuttgart im Diakonie-Klinikum.

Therapie von Essstörungen

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit psychogenen Essstörungen ist seit vielen Jahren ein Schwerpunkt des Diakonie-Klinikums Stuttgart. Zur Therapie gehören neben den unter dem Behandlungsschwerpunkt Allgemeine Psychosomatik Erwachsener aufgeführten intensiven tiefenpsychologischen Einzel- und Gruppentherapien und den Spezialtherapien folgende störungsspezifische psychotherapeutische Behandlungen:

  • Die homogene Gruppenpsychotherapie für essgestörte Patientinnen und Patienten findet zweimal in der Woche (jeweils 50 Minuten) statt. Es handelt sich hierbei um eine ausgesprochen symptomorientierte psychotherapeutische Gruppenarbeit, in der vor allem verhaltenstherapeutische Elemente, insbesondere auch psychoedukative Ansätze integriert werden.
  • Inhalt der Bewegungstherapie ist die Arbeit an der Körperwahrnehmung, die Förderung von Beweglichkeit, Haltung, Kraft und Präsenz. Die Bewegungstherapie verbindet Körperübungen aus der Atemtherapie, der Eutonie, Qigong und Feldenkrais-Methode mit Elementen der Rückenschule, der Stimm-, Tanz-, und Ausdruckstherapie. Die Bewegungstherapie findet ein Mal pro Woche für 60 Minuten statt. Ausgenommen sind Patientinnen und Patienten, deren BMI unter 14 liegt.
  • Bei der Körperbildtherapie handelt es sich um eine therapeutische Intervention in kleinen Gruppen (in der Regel 3-4 Patientinnen). Hier soll den Patientinnen mit Hilfe einer Selbstkonfrontation vor einem Ganzkörperspiegel die realistische Einschätzung ihrer Körpergrenzen ermöglicht werden. Ziel der Behandlung ist insbesondere eine Verbesserung der schweren Körperschema- und Körperbildstörung sowie der daraus resultierenden Gewichtsphobie. Beide Parameter sind für die Prognose der Erkrankung außerordentlich wichtig. Diese Therapie wird durch eine sehr erfahrene weibliche Körpertherapeutin durchgeführt.
  • Das therapeutische Kochen findet unter Anleitung des Pflegepersonals einmal in der Woche statt. Die Patientinnen und Patienten bereiten hier selbständig in der Stationsküche eine komplette Mittagsmahlzeit (3 Gänge) zu. Ziel dieser therapeutischen Intervention ist es, die Patientinnen an die Verantwortung für die eigene Ernährung heranzuführen und Ihnen hierfür auch die notwendige Kompetenz zu vermitteln.
  • Bei Patientinnen mit ausgesprochen hartnäckiger restriktiver Nahrungsaufnahme oder völliger Nahrungsverweigerung wird eine Essensbegleitung durch unsere Pflegekräfte durchgeführt. Diese Essensbegleitung hat das Ziel, den Patientinnen das Ertragen („Containing“) der beim Essen auftretenden panischen Ängste, Gewichtsphobien und extremen Schuldgefühle zu ermöglichen.
  • Für alle Patientinnen, bei denen eine entsprechende Indikation besteht, insbesondere bei Minderjährigen, ist die Einbeziehung der Familie in familientherapeutischen Gespräche, an denen neben den betroffenen Familien mindestens zwei Therapeuten unterschiedlichen Geschlechts teilnehmen, verpflichtend.
  • Zusätzlich bieten wir ein Achtsamkeits- und Genusstraining an, das zum besseren Umgang mit den Wahrnehmungsfunktionen dient.

Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandelt vor allem Patientinnen und Patienten mit Magersucht und Ess-/Brechsucht ab dem 16. Lebensjahr. Ausnahmen sind möglich. Eine die Therapie begleitende Teilnahme am Schulunterricht ist nach Absprache möglich.

Die räumliche Nähe zu den somatischen Fachbereichen der Medizin in unserem Haus ermöglicht uns, auch organisch schwer kranke Patientinnen und Patienten aufzunehmen, beispielsweise mit bedrohlichem Untergewicht und Diabetes mellitus Typ I.

Über einen Arbeitskreis sind wir regional sowohl mit Beratungsstellen, anderen Kliniken und niedergelassenen Kollegen verbunden.

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Marit Klante

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