Ablauf und Inhalte

In der einwöchigen Schulung erlernen die Teilnehmer rund um den Diabetes alles Wissen, um die Krankheit zu verstehen. Ihre Kompetenz zum Diabetes- Selbstmanagement wird gezielt geschult, sodass sie angstfrei, mutig und sicher ihren Alltag mit Diabetes neu gestalten können.

Die Diabetesberaterin Birgit Klett und die Diabetesassistentin Snjezana Barisic führen die Gruppe durch die Schulungswoche. Sie begrüßen die Teilnehmer und führen sie in das Thema Diabetes mit seinen Ursachen und Symptomen ein. Die Gruppe besteht aus fünf bis acht Teilnehmern, sodass von Anfang an ein individueller Gesprächscharakter den Unterricht kennzeichnet. Die Teilnehmer können jederzeit Fragen stellen, die gemeinsam besprochen werden.

Folgeerkrankungen

Die ausführliche Besprechung von Folgeerkrankungen mit Ursachen und Symptomen befähigt die Teilnehmer vorzubeugen oder schon vorhandene Schäden zu erkennen. Sie erhalten einen Überblick über Diagnostik und Therapie und können dann bei Bedarf mit ihrem Hausarzt oder ihrem Diabetologen sprechen.

Aufklärung über Medikamente

Unsere Klinikapothekerin informiert über Medikamente und Insulin. Sie sensibilisiert die Teilnehmer aber vor allem dafür, dass sie durch Bewegung und eine gesunde Ernährung die beste Therapie selbst in der Hand haben.

Insulin

Das Thema Insulin wird in einer weiteren Stunde vertieft. Hier erfahren die Teilnehmer alles über den Umgang mit Insulin. Welche verschiedenen Insuline gibt es? Wann werden sie angewendet? Welche Pens eignen sich für wen? Wo und wie wird gespritzt? Wie wird es aufbewahrt? Die konkrete Handhabung der Insulininjektion wird bei den Teilnehmern, die Insulin selbst spritzen, vor Ort praktisch überprüft. Im gleichen Zuge werden die Spritzstellen nach möglichen Gewebsverhärtungen inspiziert.

Die Unterzuckerung

Wer ist gefährdet? Wie erkenne ich eine Unterzuckerung? Welche Sofortmaßnahmen sind wichtig? Auch die Ursachen werden besprochen, Präventionsmöglichkeiten aufgezeigt und erklärt, dass gegebenenfalls eine Therapieanpassung notwendig werden könnte.

Alltag und Ausnahmezustand

Welcher Sport ist für mich geeignet? Was muss ich bei einer Unterzuckerung beachten? Wie wirkt sich eine Krankheit, eine Grippe oder ein Magen-Darm-Infekt aus? Worauf muss ich achten, wenn ich operiert werde? Diese und viele andere wichtige Fragen werden hier geklärt. Gut informiert erlangen die Teilnehmer die Sicherheit für solche Situationen und sind handlungsfähig.

Grundlagen der Ernährung

Wie gesunde Ernährung einfach gelingt, wird anschaulich und mit Spaß dargestellt. Das Mitarbeiterteam vermittelt zunächst ein Grundwissen über die Nährstoffe. Anhand von anschaulichem Material (echte Lebensmittel, Lebensmittelattrappen und -verpackungen) wird die Wichtigkeit der richtigen Ernährung hervorgehoben. Natürlich werden die Kohlenhydrate in Bezug auf ihre Blutzuckerwirksamkeit genauer unter die Lupe genommen. Die Teilnehmer lernen günstige von ungünstigen Fetten zu unterscheiden und es werden Varianten einer fettärmeren Ernährung in Hinblick auf eine Gewichtsabnahme diskutiert.

Lust statt Frust

Das Schulungspersonal legt dabei großen Wert darauf, keine Pausschallösungen zu diktieren, sondern vielmehr die Teilnehmer für eine vollwertige, ausgewogene und fettärmere Kost zu begeistern, die aus der eigenen Kochtradition der jeweiligen Teilnehmer heraus entwickelt werden kann. So entsteht kein Frust über eine drohende Diät, sondern es kommt eine Lust auf, in der eigenen Küche gesund zu genießen.

Der Einkauf im Supermarkt

Der Höhepunkt des Ernährungsunterrichts ist der gemeinsame Gang durch den Supermarkt. Hier wird vor Ort das Erlernte anschaulich wiederholt und gefestigt.

Das Mittagessen in der Kantine

Zum Mittagessen geht die Gruppe gemeinsam mit dem Diabetes-Schulungsteam in die Personalkantine. Auch hier bekommen die Teilnehmer kein „Diabetesmenü”  vorgesetzt, sondern sie stellen sich anhand ihres erworbenen Wissens ihr Menü selbst zusammen und können so die Erfahrung machen, dass gesunde Kost durchaus schmackhaft sein kann.

Nach dem Essen

Die Auswirkung der Ernährung auf den Blutzucker wird in dieser Woche ständig überprüft. Alle messen jeweils vor und eineinhalb bis zwei Stunden nach dem Essen. Vor allem die Werte nach dem Essen werden in der Gruppe diskutiert. Hier gibt es viele Aha-Erlebnisse. Die Blutzuckerselbstmessung ist ein ausführlich besprochenes Thema. Nicht selten kommen Fehlerquellen zu Tage.

Wie oft soll ich zu Hause messen?

Es wird jedem Teilnehmer ein sinnvolles Intervall der Blutzuckermessung für zu Hause empfohlen. Die vielen Messungen während der Schulung sind eine Ausnahme, um Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung und Blutzuckerwert zu erkennen. Die Wirksamkeit der Medikamente und des Insulins können hier überprüft werden. Ein sinnvoller, aber auch wirtschaftlicher Umgang mit Teststäbchen will gelernt sein!

Der Bluthochdruck

Ein guter Blutdruck hilft, Folgeerkrankungen zu vermeiden. Dies wird in der Bluthochdruckstunde klar. Die Teilnehmer lernen, ihren Blutdruck selbst zu messen. Daran schließt sich die Empfehlung an, sich ein eigenes Gerät für die Selbstkontrolle zu Hause anzuschaffen. Gegebenenfalls wird bei ständig erhöhten Werten während der Schulungswoche eine Blutdrucklangzeitmessung durch den Hausarzt oder Kardiologen empfohlen. Dieser kann dann bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung einleiten.

Die Füße

Die Teilnehmer lernen hier, ihren Füßen wieder mehr Beachtung zu schenken. Sie erfahren alles über den diabetischen Fuß, lernen Symptome der Durchblutungsstörung von Symptomen der Neuropathie zu unterscheiden. Sie erfahren, wie sie vorbeugen können, bekommen praktische Tipps für die tägliche Fußpflege sowie für die Auswahl von Schuhen. Sie werden motiviert, ihre Füße täglich anzuschauen, um auch kleine Läsionen, Pilzinfektionen oder übermäßige Hornhautbildung frühzeitig zu entdecken und behandeln zu können.

Die Fußuntersuchung

Die Füße der Teilnehmer werden auf Empfindungsstörungen untersucht. Beraterin und Assistentin inspizieren alle Füße, entdecken dabei oftmals Hautprobleme wie Trockenheit, Mykosen oder gar kleine Läsionen und können eine gezielte Behandlung empfehlen. Sie testen mit der Stimmgabel das Vibrationsempfinden und tasten die Fußpulse. Alles wird auf dem Fußuntersuchungsbogen dokumentiert.

Die Fußgymnastik

Dienstag und Donnerstag kommt die Physiotherapeutin. Sie macht einerseits gezielte Fußgymnastik, aktiviert aber auch den ganzen Menschen. Hier kommen die Teilnehmer in Bewegung und haben Spaß daran.

Die Visite

Die Schulung wird während der Woche von Ärzten begleitet. Sie kommen nachmittags in die Schulung, um einerseits am Anfang der Woche eine Anamnese zu erstellen und andererseits im Laufe der Woche anhand der gemessenen Blutzuckerwerte die Therapie zu überprüfen. Hier können während der Schulungswoche Dosisänderungen oder eine Umstellung auf ein anderes Medikament vorgenommen und der Erfolg teilweise schon überprüft werden.

Der Gesundheitspass

Das Ziel eines sinnvollen Diabetes-Selbstmanagements ist es, dass die Teilnehmer einen „Gesundheitspass Diabetes” besitzen, ihn verstehen und motiviert sind, ihn auch gewissenhaft zu führen. Wer noch keinen Pass hat, bekommt einen ausgestellt.

Soziale Aspekte

Auch soziale Aspekte des Alltags werden besprochen. Welche Auswirkungen hat Diabetes in der Familie? Gibt es Einschränkungen im Arbeitsleben? Was muss ich als KFZ-Fahrer und auf Reisen beachten? Wie sieht es mit dem Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis aus? Welche Vor- und Nachteile bringt ein solcher mit sich?