Unsere Behandlungsergebnisse

Hier zählen Fakten

Wir sind davon überzeugt, dass es unseren Patientinnen und Patienten hilft, wenn wir Ihnen sagen, dass wir genau wissen was wir tun und mit welchen Ergebnissen. Gerade bei wichtigen Entscheidungen wie „Muss das denn wirklich sein ?“, „Wo und wann lasse ich mich operieren ?“ und „Mit welchen Ergebnissen kann ich bei Ihnen rechnen?“ können nur Fakten helfen. 

„Überall dort, wo Behandlungsergebnisse gemessen werden, verbessert sich die Qualität dramatisch. Leider ist die konsequente Ergebnismessung immer noch die Ausnahme" 
Michael E. Porter, Wirtschaftswissenschaftler an der Harvard-Universität, Cambridge, USA

Eine dieser Ausnahmen ist das Endokrine Zentrum in Stuttgart. Hier erfassen wir unsere Behandlungsergebnisse konsequent und werten sie kontinuierlich aus.  Die Ergebnisse nutzen wir nicht nur zur Weiterentwicklung unserer Operationstechniken. Sie erlauben uns auch die Langzeit-Ergebnisse unserer Behandlungen zu bewerten – beispielsweise im Hinblick auf die nach einer Operation an der Schilddrüse möglichen Störungen des Kalziumstoffwechsels oder der Stimmqualität. Sie helfen uns deshalb bei der Sicherstellung optimaler Behandlungsergebnisse.

„Es gewährt selbst in den Punkten, wo man nicht glücklich war, eine besondere Befriedigung, mit Klarheit zu übersehen, was man zustande gebracht hat. Nichts ist schlimmer als Unklarheit über das eigene Handeln. ... Die unbedingte Wahrhaftigkeit gegen sich selbst und gegen andere ist die Grundlage, auf welcher diese Statistik basiert.“ Theodor Billroth, deutsch-österreichischer Chirurg (1829 - 1894)

Normalerweise erfahren Operateure kaum etwas über die Ergebnisse ihrer Behandlung, da die Nachsorge abseits des Krankenhauses erfolgt. Wir erhalten die Informationen von unseren Patienten, die wir nach wenigen Wochen, einem halben Jahr und einem Jahr geplant befragen. So können wir die Ergebnisse zu den Nebenwirkungen unserer operativen und interventionellen Therapien kontinuierlich aktualisieren und unsere Patienten über die jeweils aktuellen Erfolgsraten der verschiedenen Verfahren informieren. Als wissenschaftlich engagierte Klinik sind wir aber auch daran interessiert, Daten und Statistiken für unsere aktuellen Studien zu erheben.

Die wichtigsten Behandlungsdaten haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengestellt. Da diese Daten ständig erneuert werden, können sie sich von Quartal zu Quartal entwickeln und von den hier gezeigten Ergebnissen verschieden sein -  Fragen sie uns deshalb nach unseren aktuellen Daten.

 

Beobachtetes Ereignis

deutschlandweit*

EZ-Stuttgart

Stimmveränderung bei Entlassung **

1-12 %

4,8 %

Stimmbandnervenlähmung 1 Jahr

1,3-5 %

0,21 %

Nachblutung

1-3 %

1,6 %

Im Labor nachweisbarer Hypokalzämie bei Entlassung

5-45 %

4,7 %

Kalzium und Vitamin D-Gabe bei Entlassung

Rate unbekannt

13,1 %

Kalzium und Vitamin D Einnahme nach einem Jahr

Rate unbekannt

0,28 %

Wundheilungsstörung

0,3-2,3 %

0,5 %

 

*  In Deutschland sind die Krankenhäuser nicht verpflichtet, die Anzahl der Patienten mit Lähmungen oder Beweglichkeitsstörungen der Stimmbänder zu registrieren. Das gleiche gilt für die Rate der Patienten mit einer Störung des Kalziumstoffwechsels, d. h. einer Störung der Funktion der Nebenschilddrüsen. Die Zahlen die in dieser Spalte angegeben sind, stammen aus Untersuchungen zur freiwilligen Qualitätssicherung, aus Datensätzen der Krankenkassen oder sind Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Allgemein und Viszeralchirurgie (DGAVC) für die Schilddrüsenzentren.

** Im Endokrinen Zentrum wird jede Beweglichkeitsstörung der Stimmbänder registriert. Denn auch eine teilweise oder eingeschränkte Stimmbandbeweglichkeit kann bedeutsame Folgen für die Betroffenen haben. Nach den Vorgaben der DGAVC muss lediglich die Lähmungsrate erfasst werden. Die vorgegebene Lähmungsrate nach der Operation beträgt für die Schilddrüsenzentren zur Zeit 5 % bei Entlassung und 2,5 % nach einem Jahr.

Quellen: PETS-1-Studie und PETS-2–Studie; AOK, Bundesweiter-QSR-Datensatz 2014, Eigene Daten Endokrines Zentrum Stuttgart.

Bei welchen Erkrankungen operieren wir – und wie oft ?

In den letzten 15 Jahren wurden im Diakonie-Klinikum Stuttgart etwa 20.000 Patientinnen und Patienten allein an der Schilddrüse operiert. Wir behandeln seit vielen Jahren kontinuierlich mehr als 1.000 Patienten mit verschiedenen Erkrankungen der Schilddrüse. Deshalb sind die Erfahrungen hier besonders groß und unsere Operateure auch auf die schwierigsten Operationen sehr gut vorbereitet.

Unsere Operationen an der Schilddrüse und den Nebenschilddrüsen

2014

2015

2016

Anzahl der operierten Patienten

1270

1193

1213

Totale Schilddrüsenentfernung

684

398

421

Halbseitige Schilddrüsenentfernung

356

384

490

Andere Operationsverfahren*

230

411

312

AIT Typ Basedow

75

78

84

Wiederholungs (Rezidiv-) eingriffe

106

63

83

Operationen wegen Schilddrüsenkrebs

144

164

172

Lymphknotenentfernungen wegen Schilddrüsenkrebs
(Neck dissection)

35

94

105

Operationen an den Nebenschilddrüsen

165

308

362

Replantation Nebenschilddrüse(n)

95

173

180

Primärer Hyperparathyroidismus

105

112

138

* jede Form einer anderen ein- oder beidseitigen subtotalen Resektion

Ihre Sicherheit nach der Entlassung

Sollte nach der Operation eine Beeinträchtigung des Kalziumstoffwechsels oder der Stimmfunktion festgestellt worden sein, werden wir ausführlich mit Ihnen über die weitere Beobachtung und - falls notwendig - die Therapie sprechen und mit Ihnen zusammen planen. Durch unser Nachsorgeteam (Studienzentrale) werden Sie telefonisch oder auf dem Postweg kontaktiert. Wir möchten von Ihnen erfahren, wie sich die Beeinträchtigung entwickelt und wie wir Sie weiter auf Ihrem Weg der Besserung unterstützen können.

Wenn Sie wegen einer Krebserkrankung der Schilddrüse bei uns operiert wurden, dann organisieren wir noch während Ihres Aufenthaltes zusammen mit Ihrem Hausarzt und unseren Partnern in der Nuklearmedizin die Weiterbehandlung und auch die Nachsorge. Bei den besonderen und den seltenen Krebsarten der Schilddrüse werden wir Sie Schritt für Schritt durch die gesamte Behandlung begleiten und führen.

"Auch nach dem Krankenhausaufenthalt ist es uns wichtig zu wissen, wie es Ihnen geht. Deshalb bitten wir Sie in regelmäßigen Abständen um eine Rückmeldung. Mit der Beantwortung unserer Fragen helfen Sie auch der Forschung."
Prof. Dr. Andreas Zielke MBA,Chefarzt Endokrine Chirurgie, Diakonie-Klinikum Stuttgart

Sollten Sie nach der Entlassung Probleme haben und Ihr behandelnder Arzt nicht erreichbar sein, können Sie an Werktagen tagsüber zu uns in das Endokrine Zentrum oder – in der Nacht oder am Wochenende – in die Chirurgische Ambulanz des Diakonie-Klinikums Stuttgart kommen. Die Chirurgische Ambulanz ist rund um die Uhr mit diensthabenden Chirurgen besetzt und unter Telefon 0711 991-0 zu erreichen.

Nach Ihrer Entlassung kann es noch etwas dauern, bis Sie Ihre volle körperliche Leistungsfähigkeit wiedererlangt haben. Dass die Belastbarkeit in den ersten zwei Wochen noch etwas eingeschränkt ist, ist völlig normal. Auch das Führen eines Fahrzeuges kann in den ersten Wochen nach einer Operation am Hals durch die verminderte Beweglichkeit beeinträchtigt sein. Das gilt auch für Beeinträchtigungen während der Hormoneinstellung.

Unsere Studienzentrale

In unserer Klinik gibt es ein besonderes Datenmanagement-Team. Dessen Aufgabe ist es, eine große Menge von Daten aus dem Behandlungsprozess zu erfassen und auszuwerten. Damit verbessern wir unsere Behandlungsergebnisse kontnuierlich.

Deshalb erfassen wir auch unsere mittel- und langfristigen Behandlungsergebnisse, insbesondere wenn um die Entlassung herum eine Beeinträchtigung des Kalziumstoffwechsels oder der Stimmfunktion bestehen sollte.

Unser Datenmanagement-Team besteht aus Ärzten, Studienkoordination, IT-Spezialisten und Statistikern sowie Datenassistenten. Das Team wird von Dr. rer.nat. Barbara Leitner geleitet. Das Team kümmert sich auch um die kontinuierliche Pflege, Weiterentwicklung und die nach den strengen Datenschutzrichtlinien vorgenommene Aufarbeitung unserer Behandlungsdaten.

Dieses Team kooperiert eng mit dem Onkologischen Schwerpunkt Stuttgart (OSP), der als das Klinische Krebsregister in Stuttgart fungiert und uns ermöglicht, seit 1990 auch die Langzeitergebnisse unserer onkologischen Patienten zu erkennen.

Wenn Sie innerhalb einer unserer Studien behandelt werden, werden wir Sie über den gesamten Behandlungsprozess begleiten – Schritt für Schritt und immer für Sie da, wenn Sie uns brauchen. Hier gelangen Sie zur Studienzentrale.

Ihre Behandlungsdaten helfen den nächsten Betroffenen

Seit vielen Jahren sind wir in der Weiterentwicklung der neuesten Therapien beim Schilddrüsenkarzinom aktiv. Denn es ist weiterhin nötig dass die Heilungschancen bei den weit fortgeschrittenen und den sehr aggressiven Krebserkrankungen der Schilddrüse verbessert werden. Unser Ziel bei der Forschung mit klinischen Daten ist es, dass wir mithilfe den neuesten Therapiemöglichkeiten einen Beitrag zu einer Verbesserung der Krankheitskontrolle leisten Ein weiteres Ziel ist es, neben der Verbesserung der Diagnostik vor allem die operativen Techniken zu optimieren.

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung sind wir Kooperationspartner forschender Universitätskliniken und der forschenden Pharmaindustrie und sichern so für unsere Patientinnen und Patienten den Zugang zu den neuesten Therapien.

Aktuell bauen wir für die fundierte Erforschung des Schilddrüsenkarzinoms eine umfangreiche Biomaterial- und Gewebebank auf. Die von unseren Patienten uns zur Verfügung gestellten Blut- und Gewebeproben stehen für eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung und werden einen Beitrag leisten, in der Zukunft noch mehr bei der Bekämpfung dieses seltenen Krebsleidens zu erreichen.

Neben der Forschung dienen die Daten während der Behandlung aber auch unserer klinikeigenen stetigen Qualitätskontrollen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Datenmanagement-Teams erfassen auch die langfristigen Ergebnisse unserer Behandlung - nach 6 Wochen, 6 Monaten und nach einem Jahr. Wenn bei der Entlassung eine Beeinträchtigung des Kalziumstoffwechsels oder der Stimmfunktion festgestellt  wurde, suchen wir den Kontakt mit Ihnen.

Wir freuen und, wenn Sie Ihr Einverständnis zur wissenschaftlichen Verwendung Ihrer klinischen Daten geben und auch mit der Beantwortung unserer Fragebögen einverstanden sind. Sollten Sie sich aktuell nicht entschließen können, Ihr Einverständnis zu geben, möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass dadurch Ihre Behandlung in keiner Weise beeinträchtigt wird.

Kontakt

Sekretariat
Kerstin Bergmann

Rosenbergstraße 38
70176 Stuttgart

Telefon: 0711 991-3301
Telefax: 0711 991-3309

ezs@diak-stuttgart.de

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