Die Behandlungsschwerpunkte

Die Chirurgische Klinik am Diakonie-Klinikum Stuttgart bietet ein breites Behandlungsspektrum. Unsere Patienten sind in den Händen unserer erfahrenen OP-Teams gut und sicher aufgehoben. Bei fast allen Operationen setzen wir inzwischen minimalinvasive OP-Verfahren. Die Eingriffe werden hier mit speziellen Instrumenten durch nur wenige Millimeter große Schnittöffnungen "durch das Schlüsselloch" vorgenommen. Bei ausgewählten Eingriffen setzen wir auch roboterassistierte OP-Verfahren mit dem DaVinci-Operationssystem ein. Diese mininmalinvasiven Verfahren ermöglichen eine rasche Wundheilung und damit eine schnelle Erholung der Patienten nach der Operation.

Gallenblasensteinleiden

15-20 Prozent unserer Bevölkerung haben Gallensteine; jährlich werden circa 190.000 Gallenblasenentfernungen (Cholezystektomie) durchgeführt. Zudem finden sich bei etwa 10 Prozent dieser Patienten Gallengangssteine (Choledocholithiasis), die zusätzliche diagnostische und therapeutische Interventionen notwendig machen (ERC – endoskopische retrograde Cholangiographie mit Papillotomie, d. h. Spaltung des Ausganges des Gallenganges in den Zwölffingerdarm und Säuberung des Gallenganges von den Steinen). Außerdem trifft der Chirurg bei nahezu 20 Prozent dieser Patienten auf eine akute Entzündung (Cholezystitis), die das operative Vorgehen erheblich erschweren kann.

Leistenbruch/Hernie

Die Operation eines Leistenbruchs (Hernioplastik, Herniorraphie, Hernienreparation) ist weltweit der häufigste Eingriff in der Allgemein- und Visceralchirurgie. In Deutschland werden pro Jahr über 200.000 Operationen durchgeführt, in den USA sogar über 750.000. Wenn zudem berücksichtigt wird, dass zur Zeiten der Nahtreparation mit der Behandlung ein stationärer Aufenthalt von etwa einer Woche, eine Krankheitsphase von circa 3 bis 6 Wochen und eine körperliche Schonzeit von bis zu 3 Monaten verbunden war, so ist verständlich, dass diese Erkrankung nicht zuletzt auch einen hohen volkswirtschaftlichen Stellenwert hat. Eine effektive und effizientere Therapiemethode kann daher auch einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Senkung der Kosten im Gesundheitssystem liefern. Leistenbrüche behandeln wir in ausgewählten Fällen in einem roboterassistierten Eingriff mit dem DaVinci-Operationssystem.

Narbenbruch

Bei etwa 15 Prozent aller Patienten mit einem Bauchschnitt (Laparotomie) kommt es im späteren Verlauf (oft erst nach vielen Jahren) zur Ausbildung eines Narbenbruchs, d. h. an einer oder mehreren Stellen weicht die Narbe auseinander: Es entsteht eine mehr oder weniger große Lücke in der festen Bauchdecke (Defekt = Bruchpforte), durch die sich vergleichbar dem Leistenbruch das Bauchfell (Bruchsack) mit Anteilen der Bauchorgane (Bruchinhalt = in der Regel Darm) nach außen unter die Haut vorwölbt.

Fundoplicatio

Ist der Verschlussmechanismus am Übergang von Speiseröhre (Ösophagus) in den Magen gestört, können Magensaft und Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen (Reflux). Dies kann gelegentlich zum Beispiel nach einer üppigen Mahlzeit auftreten, aber auch regelmäßig unabhängig von Mahlzeiten oder von Ruhephasen (Schlaf) oder Belastung. Der Patient verspürt den Reflux als Sodbrennen, wie es jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal erfährt. Kommt es jedoch regelmäßig zum Reflux, so sprechen wir von der Refluxkrankheit (GERD = Gastroesophageal Reflux Disease). Sie betrifft zirka 10-20 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen. Der regelmäßige Kontakt von Magensaft mit der Schleimhaut (Mucosa) der Speiseröhre führt zur Entzündung (Ösophagitis) und bei einer nicht unbeträchtlichen Zahl dieser Patienten im Langzeitverlauf zu einer Veränderung der Schleimhaut im Sinne des Barrett-Ösophagus, der als Vorstufe für die Entwicklung eines Speiseröhrenkarzinoms angesehen wird. Die Erkrankung ist daher sehr ernst zu nehmen.

Blinddarmentzündung

Bei einer Blinddarmentzündung handelt es sich korrekterweise um die Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis) des Blinddarmes (Caecum = Anfangsteil des Dickdarmes). Mitbeteiligt an der Entstehung einer Entzündung ist sicher die blindsackartige Anlage (siehe schematische Darstellung rechts). Die Appendizitis ist häufig (zirka 100-200 Operationen pro Jahr pro größeres Krankenhaus), vorwiegend sind jüngere Menschen (bis 30. Lebensjahr) betroffen, aber sie kommt auch im Alter vor, dann nicht selten mit abgeschwächter Symptomatik, was zu Fehldiagnosen führen kann und daher besonders gefährlich ist.

Sigmadivertikulitis

Divertikel sind säckchenförmige Aussstülpungen der von Anteilen der Darmwand an präformierten Schwachstellen (Blutgefäßeintrittsstellen) nach außen. Primär haben Divertikel keinen Krankheitswert. Kommen sie gehäuft vor, sprechen wir von einer Divertikulose. Betroffen ist in erster Linie der S-Darm (Sigma).

Dick- und Mastdarmkrebs/Rektumkarzinom

Der Dick- und Mastdarmkrebs (kolorektales Karzinom) steht an Platz 2 der tumorbedingten Todesursachen in den westlichen Industrienationen. Die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr wird in Deutschland auf 66.000 geschätzt. Es ist vorwiegend eine Erkrankung des höheren Lebensalters, über 90 Prozent der Patienten erkranken nach dem 50. Lebensjahr.

Die Allgemein- und Viszeralchirurgie am Diakonie-Klinikum Stuttgart setzt bei Sigma- und Rektumoperationen zunehmend das DaVinci-Operationssystem ein. Beispielsweise bei Rektumexstirpationen bei einem tiefsitzenden Rektumkarzinom. Das roboterassistierte Verfahren zeigt hier Vorteile gegenüber einer herkömmlich offenen oder laparoskopischen Operation.

Sinus pilonidalis/Pilonidalsinus

Der Pilonidalsinus oder Sinus pilonidalis (pilus = Haar, nidus = Nest) ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung im subkutanen Fettgewebe, überwiegend im Bereich der Steißbeinregion. Andere Namen für die Erkrankung sind auch Haarnestgrübchen oder Haarnestfistel.

Das Krankheitsbild tritt meistens im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt auf, vorwiegend bei Männern unter 40 Jahren. Männer sind 2,2 mal häufiger betroffen als Frauen.

Die Entstehung hat viele Ursachen. Dem Sinus pilonidalis liegt aber vor allem dieser Mechanismus zugrunde: Die Reibebewegungen des Gesäß drehen abgebrochene Haare mit ihren wurzelnahen Enden in die Haut hinein. Dadurch entstehen sogenannte Pori oder Pits, das heißt Vertiefungen, die Haare enthalten können. Da die Hornschuppen der Haare als Widerhaken fungieren, dringt das Haar immer tiefer bis in das Unterhaut-Fettgewebe ein. Dort entwickelt sich ein Fremdkörpergranulom, das nicht spontan heilt (asymptomatische Form), sich aber infizieren kann (abszedierende und chronische Form).

Die sogenannte Pit picking-Operation ist ein minimalinvasives Verfahren, das bei nicht voroperierten Patienten mit lokal verlaufenden Entzündungen angewendet werden kann. Das erneute Auftreten eines Pilonidalsinus (Rezidivrate) liegt bei 20 bis 25 Prozent.

Studien zeigen, dass die klassische Entfernungsmethode und die offene Wundbehandlung Nachteile bezüglich der Wundheilungsdauer und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit mit sich bringen. Das plastische Verfahren ist hier vorteilhafter. Als plastische (asymmetrische, off-midline) Verfahren mit dem Ziel der Abflachung der Gesäßfalte (Rima ani) gelten die Karydakis-OP, das Cleft-Lift-Verfahren nach Bascom oder die modifizierte Limberg-Plastik. Sämtliche Verfahren werden in der Chirurgischen Klinik des Diakonie-Klinikums Stuttgart angeboten.

 

 

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